LESENRECHNENWAHRNEHMENSCHREIBENSPIELENLESENDENKENHÖRENLESENENTDECKEN

 

 





 

Erlass des Ministeriums für Bildung und Wissenschaft

vom 3. Juni 2013 – III 313

 

1 Grundsätze

Bei einer Reihe von Schülerinnen und Schülern in der Grundschule und in weiterführenden

Schulen ist der Schulerfolg durch Schwierigkeiten im Lesen und Rechtschreiben stark

beeinträchtigt. Lernschwierigkeiten dieser Art beruhen auf einer Vielzahl verursachender

Faktoren und weisen ein vielfältiges Erscheinungsbild auf; die sie bezeichnenden Begriffe

sind uneinheitlich und beruhen entsprechend auf unterschiedlichen Definitionen (z.B. Lese-

Rechtschreib-Schwäche, Legasthenie, Lese-Rechtschreib-Störung, Dyslexie). Zu den

Aufgaben der Schule gehört es, die individuellen Schwierigkeiten einer Schülerin und

eines Schülers zu erkennen und als einen

Förderanlass wahrzunehmen. Die nachfolgenden

Bestimmungen sollen dazu beitragen,

diesen Beeinträchtigungen so weit wie möglich

zu begegnen und den internen schulischen

Umgang damit zu regeln. Sie haben das

besondere Ziel, die vorhandenen Begabungen

zu entwickeln, den Schülerinnen und Schülern

eine ihrem individuellen Leistungsvermögen

angemessene Schullaufbahn zu ermöglichen

und die Schwierigkeiten im Lesen und Rechtschreiben

bzw. die Lese-Rechtschreib-Schwäche

im Laufe der Schulzeit durch entsprechende

Hilfen weitgehend zu beheben.

 

1.1 Anwendungsbereich

1.1.1 Maßnahmen im Sinne eines Nachteilsausgleichs

(Ausgleichsmaßnahmen)

Ausgleichsmaßnahmen sind bei Vorliegen der

Voraussetzungen in allen Stufen und Schularten

der allgemein bildenden und berufsbildenden

Schulen und bei Abschlussprüfungen für

Schülerinnen und Schüler, die nach den Lehrplänen

dieser Schulen unterrichtet werden, zu

gewähren.

1.1.2 Fördermaßnahmen

Soweit erforderlich werden Maßnahmen der

Differenzierung und individuellen Förderung in

allen Schularten und Schulstufen durchgeführt.

Dabei tritt der Anteil an eigenverantwortlichem

Arbeiten an den Defiziten zunehmend in den

Vordergrund, insbesondere in der Oberstufe.

1.1.3 Notenschutz

Die Bestimmungen zum Notenschutz sind anzuwenden

für die Grundschule, die Sekundarstufe

I und II sowie für alle Schularten der

berufsbildenden Schulen.

2 Ausgleichsmaßnahmen, Fördermaßnahmen und Notenschutz

 

Alle Maßnahmen haben zum Ziel, die Schwierigkeiten

im Lesen und Rechtschreiben so weit

wie möglich zu beheben und die Schülerinnen

und Schüler darin zu unterstützen, Strategien

im Umgang mit diesen Schwierigkeiten zu

entwickeln.

2.1 Ausgleichsmaßnahmen

Bei besonderen und andauernden Schwierigkeiten

(mangelhaften Leistungen) im Lesen

oder Rechtschreiben sind auch unabhängig

von der förmlichen Feststellung einer Lese-

Rechtschreib-Schwäche angemessene Maßnahmen

im Sinne eines Nachteilsausgleichs

(Ausgleichsmaßnahmen) zu gewähren. Ausgleichsmaßnahmen

werden von der Klassenkonferenz

beschlossen. Zu den Ausgleichsmaßnahmen

zählen insbesondere: Ausweitung

der Bearbeitungszeit, z. B. bei schriftlichen

Arbeiten; Zulassen von technischen Hilfsmitteln;

Nutzung methodisch-didaktischer Hilfsmittel;

schriftliche und akustische Darbietung von

Aufgabenstellungen; Geben oder Zulassen

von Hilfen beim Abschreiben von Texten. Bei

Verwendung eines PCs kann im Einzelfall bei

besonders schwerer Symptomatik die Schulleiterin/

der Schulleiter ein Rechtschreibprüfprogramm

gewähren. Ein Korrekturprogramm

darf nicht verwendet werden. Die Gewährung

von Ausgleichsmaßnahmen in der gymnasialen

Oberstufe setzt neben mangelhaften Leistungen

im Lesen oder Rechtschreiben die Anerkennung

einer Lese-Rechtschreib-Schwäche

in den Jahrgangsstufen bis zum Eintritt in die

Oberstufe voraus.

2.2 Fördermaßnahmen und Notenschutz

Besondere und andauernde Schwierigkeiten

im Lesen und Rechtschreiben erfordern die

Zusammenarbeit und den beständigen Austausch

zwischen Schule, Schülerin/Schüler

und den Eltern als wichtige Voraussetzung für

einen erfolgreichen Lernprozess. Das Aufzeigen

von Lernfortschritten und die Betonung

der Stärken tragen zum Erhalt von Motivation,

Lernfreude und Selbstwertgefühl der Schülerin

und des Schülers bei.

2.2.1 Eingangsphase

In der Eingangsphase sollen alle Schülerinnen

und Schüler gemeinsam Lesen und

Schreiben lernen. Dabei kommt es vor allem

darauf an, unter Berücksichtigung der bei den

Schülerinnen und Schülern unterschiedlich

ausgebildeten Lernvoraussetzungen eine gute

Grundlage für das Lesen und Rechtschreiben

zu schaffen. Unterschiede im Lernverhalten

und in der Leistungsfähigkeit der Schülerinnen

und Schüler sind natürlich. In einigen Fällen

treten unabhängig davon Lernstörungen im

Lesen auf. Der Lehrplan Grundschule führt

eine Reihe von Maßnahmen auf, wie solchen

Lernstörungen frühzeitig begegnet werden

kann. Auch die Lehreraus- und -fortbildung

soll Themen wie Früherkennung von Lernstörungen

und Fördermaßnahmen beinhalten.

Übungen und Hilfen für einzelne Kinder

setzen an der Lernausgangslage der Schülerin

und des Schülers an und werden nach

dem Leistungsvermögen differenziert direkt

im Klassenverband auf die Unterrichtsinhalte

bezogen. Wenn solche Individualisierung im

Regelunterricht durch zusätzliche Förderungen

in Kleingruppen ergänzt werden muss, soll

diese von einer dafür qualifizierten Lehrkraft

in enger Absprache mit der Deutschlehrerin

oder dem Deutschlehrer durchgeführt werden.

Erschweren Sprach- und Sprechstörungen

den Leselernvorgang, soll die Lehrkraft den

Rat des zuständigen Förderzentrums einholen.

Nach spätestens 1 1/2 Jahren ist sorgfältig zu

prüfen, ob die Leistungen einer Schülerin oder

eines Schülers im Lesen ausreichen, um ohne

Schwierigkeiten darauf aufbauen zu können.

Andernfalls wird ein Lernplan erstellt.

2.2.2 Jahrgangsstufe 3

2.2.2.1 Bestehen nach Abschluss des Leselernprozesses

noch Schwierigkeiten beim Lesen oder

Rechtschreiben, wird die Förderung entsprechend

dem Förderkonzept der Schule im Rahmen

der in der Kontingentstundentafel dafür

vorgesehenen Stunden fortgesetzt. Sie kann

klassen- und jahrgangsübergreifend durchgeführt

werden. Dabei ist es nicht erforderlich,

dass die Stunde als 45-Minuten-Einheit erteilt

wird. Eine häufigere, kurzzeitige Förderung

kann unter Umständen erfolgreicher sein.

2.2.2.2 Der Lehrplan der Grundschule macht grundsätzliche

Aussagen zur Funktion von Klassenarbeiten

und stellt vielfältige Möglichkeiten

von Lernerfolgskontrollen dar. Er sieht differenzierte

Diktate, Selbstkontrollmöglichkeiten

sowie themenorientierte, vielfältige individuelle

Vorübungen vor. Für Schülerinnen und Schüler

mit besonderen Schwierigkeiten im Lesen

und Rechtschreiben sind die Vorgaben des

Lehrplans im Rahmen eines differenzierten

diagnostischen Prozesses individuell und

besonders sorgfältig umzusetzen. Die Bewertung

der Rechtschreibleistung erfolgt nur im

Rechtschreibunterricht mit seinen besonderen

Übungsformen. Bei der Bewertung

von Textproduktionen sowie bei schriftlichen

Lernerfolgskontrollen in allen Fächern bleibt

die Rechtschreibleistung in der Gesamtnote

unberücksichtigt (Notenschutz). Rechtschreibfehler

werden von der Lehrkraft berichtigt und

dienen als Anstöße für allgemeine und individuelle

Fördermaßnahmen. Bei der Leistungsbeurteilung

von Diktaten und vergleichbaren

Übungsarbeiten soll nach pädagogischen

Gesichtspunkten des Einzelfalles statt mit einer

Note verbal beurteilt werden. Hierbei soll insbesondere

der individuelle Leistungsfortschritt

erwähnt werden. Der tatsächliche Leistungsstand

der Schülerinnen und Schüler in der

Rechtschreibung ist den Eltern im Verlaufe

eines Schuljahres in geeigneter Weise mitzuteilen

(Gespräche in der Schule, Hausbesuche

o. Ä.).

2.2.2.3 Bei positiver Leistungsentwicklung soll eine

Schülerin oder ein Schüler nicht sofort,

sondern erst nach einer Übergangsphase aus

den Fördermaßnahmen und dem Notenschutz

herausgenommen werden.

2.2.3 Jahrgangsstufe 4

2.2.3.1 Die in den Tz. 2.2.2.1 und 2.2.2.2 aufgeführten Fördermaßnahmen und der Notenschutz werden

auch in der 4. Jahrgangsstufe fortgesetzt.

2.2.3.2 Bestehen bei Schülerinnen und Schülern

auch in der 4. Jahrgangsstufe noch ausgeprägte

Schwierigkeiten im Lesen oder Rechtschreiben

und besteht die Befürchtung, dass

dadurch ihre Schullaufbahn entgegen ihrem

eigentlichen Leistungsvermögen beeinträchtigt

wird, dann ist das Verfahren zur förmlichen

Feststellung einer Lese-Rechtschreib-Schwäche

einzuleiten. Eine Lese-Rechtschreib-

Schwäche (Legasthenie) im Sinne des

Erlasses liegt vor, wenn bei mindestens

durchschnittlicher Intelligenz mangelhafte Leistungen

im Lesen oder in der Rechtschreibung

auftreten; d. h.: in der Regel werden neben

dem partiellen Versagen im Lesen oder in der

Rechtschreibung überwiegend befriedigende

Leistungen in den Hauptfächern erzielt. Bei der

Beurteilung von überwiegend befriedigenden

Leistungen in den Hauptfächern ist zu berücksichtigen,

inwieweit Leseschwierigkeiten diese

Leistungen bereits beeinträchtigt haben. Nicht

allein der Schulleistungsstand in der 4. Jahrgangsstufe,

sondern die gesamte schulische

Leistungsentwicklung ist für die Feststellung

einer Lese-Rechtschreib-Schwäche zu Grunde

zu legen.

2.2.3.3 Schülerinnen und Schüler, bei denen eine

Lese-Rechtschreib-Schwäche vermutet wird,

sind aufgrund eines Beschlusses der Klassenkonferenz

und mit Einverständnis der Eltern

(siehe Formblatt Anlage 1) bzw. auf deren

Antrag hin bis zum Ende der 1. Hälfte der

4. Jahrgangsstufe von der dafür qualifizierten

Fachkraft LRS der Schule zu untersuchen.

Die Überprüfung umfasst die Feststellung der

Begabungshöhe und der Lese-Rechtschreibfertigkeit.

Liegt bereits ein von einer Diplom-

Psychologin/einem Diplom-Psychologen oder

einem Arzt/einer Ärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie

erstelltes Gutachten vor, so kann

die Schule auf die vorgeschriebene Untersuchung

verzichten.

2.2.3.4 Die Fachkraft LRS bewertet die Ergebnisse

der Untersuchung und kommt aufgrund der

vorgelegten Unterlagen (Anlagen 1, 2, 3 und

der ggf. von Eltern vorgelegten Gutachten) zu

einer Stellungnahme. Liegt danach eine Lese-

Rechtschreib-Schwäche gemäß Tz. 2.2.3.2

Satz 2 vor, stellt dieses die Schule förmlich

fest und übersendet einen entsprechenden

Bescheid (Anlage 3 a) an die Eltern. Kann eine

Lese-Rechtschreib-Schwäche nicht anerkannt

werden, legt die Schule zu Beginn der 2. Hälfte

der Jahrgangsstufe 4 den Vorgang der unteren

Schulaufsichtsbehörde zur Entscheidung vor.

Die untere Schulaufsichtsbehörde übersendet

der Schule ihre Entscheidung (Anlagen 3 b

oder 4) zusammen mit der Erstausfertigung

des Untersuchungsberichts. Die Schule informiert

die Eltern gemäß Formblatt Anlagen 3 a

bzw. 5.

2.2.4 Ab Jahrgangsstufe 5

2.2.4.1 In Einzelfällen wird eine Lese-Rechtschreib-

Schwäche erst nach dem Übergang in die

weiterführende Schule deutlich erkennbar. Vor

allem in der 1. Hälfte der 5. Jahrgangsstufe

sind daher Schwierigkeiten im Lesen und

Rechtschreiben besonders zu beachten. Im

gegebenen Fall ist eine förmliche Feststellung

nach Tz. 2.2.3.2, 2.2.3.3 und 2.2.3.4 dieser

Bestimmung durchzuführen; bei Schülerinnen

und Schülern an Gymnasien und Gemeinschaftsschulen

tritt, wenn die Schule eine

Anerkennung nicht aussprechen kann, das für

Bildung zuständige Ministerium an die Stelle

der unteren Schulaufsichtsbehörde.

2.2.4.2 Schülerinnen und Schüler mit einer förmlich

festgestellten Lese-Rechtschreib-Schwäche

sollen im Rahmen des Förderkonzepts der

Schule gefördert werden. Die gezielte individuelle

Förderung geschieht vorrangig im Unterricht.

Die Förderung soll auch die Fremdsprachen

einbeziehen, wenn dies notwendig ist.

2.2.4.3 Schülerinnen und Schülern mit einer förmlich

festgestellten Lese-Rechtschreib-Schwäche

wird Notenschutz gemäß Tz. 2.2.2.2 Absätze 2

und 3 gewährt. Bei der Bewertung von schriftlichen

Arbeiten in den Fremdsprachen ist die

Lese-Rechtschreib-Schwäche entsprechend

zu berücksichtigen; Sprach- und Sachrichtigkeit

bei schriftlichen Arbeiten und mündliche

Leistungen bestimmen die Gesamtzensur.

Notenschutz wird so lange gewährt, bis durchgehend

über den Zeitraum von mehr als einem

halben Schuljahr mindestens mit „ausreichend“

zu bewertende Rechtschreibleistungen erzielt

werden. Dies wird von der Klassenkonferenz

festgestellt.

2.2.5 Sekundarstufe II der allgemein bildenden

Schulen, Berufliches Gymnasium und Schularten

der berufsbildenden Schulen, die einen

Mittleren Schulabschluss voraussetzen

In der Sekundarstufe II der allgemein bildenden

Schulen, des Beruflichen Gymnasiums

und der Schularten der berufsbildenden

Schulen, die einen Mittleren Schulabschluss

voraussetzen, sind bei förmlich festgestellter

Lese-Rechtschreib-Schwäche auf Antrag der

volljährigen Schülerinnen und Schüler oder bei

minderjährigen Schülerinnen und Schülern auf

Antrag der Eltern in den Leistungsnachweisen

des Faches Deutsch sowie in der schriftlichen

Abschluss- oder Abiturprüfung Deutsch die

Rechtschreibleistungen gegenüber der Bewertung

in den Teilbereichen „Inhalt“, „Aufbau

und Gedankenführung“ und „Sprachangemessenheit“

zurückhaltend zu gewichten.

Dies gilt nicht, wenn die Klassenkonferenz

entsprechend Tz. 2.2.4.3 festgestellt hat, dass

durchgehend über einen Zeitraum von mehr

als einem halben Schuljahr mindestens mit

„ausreichend“ zu bewertende Rechtschreibleistungen

erzielt worden sind.

Wie die Gewährung von Ausgleichsmaßnahmen

(Tz. 2.1) setzt auch die zurückhaltende

Gewichtung von Rechtschreibleistungen nach

dieser Textziffer die förmliche Feststellung

einer Lese-Rechtschreib-Schwäche bis spätestens

zum Ende der Sekundarstufe I voraus.

Bei der Bewertung von schriftlichen Arbeiten

in den Fremdsprachen sowie in den anderen

Fächern ist eine förmlich festgestellte Lese-

Rechtschreib-Schwäche entsprechend zu

berücksichtigen.

Die zurückhaltende Gewichtung ist gem.

Tz. 3.1 auf dem Zeugnis zu vermerken.

 

3 Zeugnisvermerke und Bewertung

3.1 Im Zeugnis ist bei Schülerinnen und Schülern

mit ausgeprägten Schwierigkeiten im Lesen

und Rechtschreiben (gemäß Tz. 2.2.2.2 bzw.

2.2.4.1) oder einer förmlich festgestellten

Lese-Rechtschreib-Schwäche die Rechtschreibleistung

getrennt von den übrigen

Leistungen im Fach Deutsch verbal durch

Zeugnisvermerk zu bewerten.

Der Zeugnisvermerk lautet bis zum Ende der

Sekundarstufe I: „Die Rechtschreibleistungen

entsprechen nicht den Anforderungen; sie sind

in den Fachnoten nicht enthalten.“

Der Zeugnisvermerk für die Sekundarstufe II

der allgemein bildenden Schulen, das Berufliche

Gymnasium und die Schularten der

berufsbildenden Schulen, die einen Mittleren

Schulabschluss voraussetzen, lautet: „Die

Rechtschreibleistungen entsprechen nicht

den Anforderungen; sie sind in den Fachnoten

zurückhaltend gewichtet.“

3.2 Bei Schülerinnen und Schülern mit einer förmlich

festgestellten Lese-Rechtschreib-Schwäche

ist bis einschließlich Jahrgangsstufe 7, auf

Antrag der Eltern auch in den Jahrgangsstufen

8 bis einschließlich der Jahrgangsstufe, in der

der Mittlere oder Realschulabschluss erworben

wird, zusätzlich im Zeugnis zu vermerken:

„Es wurde eine Lese-Rechtschreib-Schwäche

förmlich festgestellt.“ Die Tz.2.2.4.3 bleibt hinsichtlich

der Bewertung von Klassenarbeiten,

Textproduktionen sowie schriftlicher Lernerfolgskontrollen

in allen Fächern unberührt.

3.3 Ausgleichsmaßnahmen werden im Zeugnis

nicht vermerkt.

 

4 Allgemeine Bestimmungen

4.1 Die Eltern sollen in Elternversammlungen

und Elternsprechstunden über Probleme der

Schülerinnen und Schüler mit besonderen

Schwierigkeiten im Lesen und Rechtschreiben

oder mit Lese-Rechtschreib-Schwäche informiert

werden. Dabei sind ihnen insbesondere

Hinweise für häusliche Hilfen zu geben.

4.2 Eltern, deren Kinder besondere Schwierigkeiten

im Lesen und Rechtschreiben oder

eine Lese-Rechtschreib-Schwäche haben, ist

frühzeitig zu empfehlen, ihre Kinder fachärztlich

und sprachheilpädagogisch untersuchen

zu lassen.

4.3 Zur Durchführung der Untersuchung muss

jede Schule mindestens eine für den Bereich

Lese-Rechtschreib-Schwäche besonders fortgebildete

Lehrkraft (Fachkraft LRS) benennen.

Kleinere benachbarte Grundschulen können

im begründeten Ausnahmefall mit Zustimmung

der Schulaufsichtsbehörde zusammen mit

einer anderen Grundschule eine Fachkraft

LRS benennen. Die Fachkraft LRS arbeitet

mit den Lehrkräften des zuständigen Förderzentrums

und dem Schulpsychologischen

Dienst eng zusammen. Sie steht zur fachlichen

Unterstützung der Lehrkräfte, zur Beratung

der Eltern und der Schülerinnen und Schüler

in jeder Schule zur Verfügung. In Fragen

der Lese-Rechtschreib-Schwäche soll diese

Lehrkraft zu Klassen- und Fachkonferenzen

hinzugezogen werden. Das IQSH bietet regionale

Fortbildungsveranstaltungen sowie Weiterbildungs-

und Qualifizierungslehrgänge zur

Problematik der Lese-Rechtschreib-Schwäche

an.

 

5 Schlussbestimmungen

5.1 Dieser Erlass tritt am 1. August 2013 in Kraft.

 

Gleichzeitig tritt der Erlass „Förderung von

Schülerinnen und Schülern mit Lese-Rechtschreib-

Schwäche (Legasthenie)“ des Ministeriums für Bildung und Frauen

vom 27. Juni 2008 – III 316 – 321.01-20 (NBI. MBF. Schl.-H. S. 226) außer Kraft.

 

5.2 Dieser Erlass tritt am 31. Juli 2018 außer Kraft.

 

Förder u. Therapiezentrum Rendsburg e.V.   .  Nienstadtstr. 9   .   24768 Rendsburg  .   Tel. 04331 - 22967   .    Fax  04331- 56603